2026-03-26
Was weckt in Ihnen den Wunsch, einen Roman zu beginnen?
Ein Detail, das bleibt. Ein Bild, ein Satz, eine Situation, in der jemand etwas sagen möchte und es nicht schafft. Am Anfang kenne ich nicht immer die ganze Geschichte. Ich muss vor allem spüren, dass hinter diesem ersten Eindruck ein Mensch zu entdecken ist.
Woran erkennen Sie, dass eine Figur trägt?
Wenn ich ihre Widersprüche zu verstehen beginne. Existiert sie nur, um die Handlung voranzutreiben, bleibt sie flach. Ich versuche, ihr Gründe zum Handeln zu geben, auch wenn sie eine Entscheidung trifft, die ich nicht getroffen hätte.
Welchen Raum geben Sie dem Schweigen?
Es gehört zum Dialog. Wir sagen nicht immer sofort, was wir denken. Eine Geste oder eine unerwartete Antwort kann mehr erzählen als eine vollständige Erklärung.
Was möchten Sie den Lesern hinterlassen?
Die Erinnerung an eine Begegnung. Eine Figur, ein Gefühl oder eine Frage, die noch etwas über die Lektüre hinaus begleitet. Ich lasse lieber Raum, als vorzuschreiben, was man mitnehmen soll.